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Wie verhindere ich, in Schulden zu kommen?


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Haftungsbeschränkung für Unternehmer


Gestalten Sie, falls Sie selbständig sind oder es werden wollen, Ihre Unternehmung als eine mit beschränkter Haftung, etwa als GmbH. Ihnen fehlt das nötige Geld dazu? Dann sparen Sie weiter, bis Sie das nötige Gründungskapital beisammen haben. Eine massive Unterkapitalisierung ist ohnehin oft der Grund für das Scheitern eines neuen Unternehmens. Es gibt auch die Möglichkeit einer Unternehmergesellschaft [71] für Gründer, die wenig Geld haben aber dennoch Ihre Haftung beschränken wollen (was in jedem Fall sinnvoll ist!).

Werden Sie niemals als Unternehmer mit persönlicher Haftung tätig, weder als Einzelkämpfer oder mit Partnern. Je nach Land gibt es verschiedene Bezeichnungen für mögliche Formen einer solchen Firmierung, etwa eine OEG (offene Erwerbsgesellschaft, Österreich) [72] oder GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts, Deutschland) [73].

Der Verkauf privater Gegenstände auf Ebay oder das Anbieten von Nachhilfestunden ist ein anderes Thema, siehe später.

Wenn Sie unternehmerisch tätig sind, erwachsen daraus Risiken, die oft schwer abschätzbar sind. Risiken des täglichen Geschäfts sind relativ gering und kalkulierbar, etwa das Risiko, auf eingekaufter Ware sitzenzubleiben, eine Rechnung von einem Kunden nicht bezahlt zu bekommen oder von einem seiner Mitarbeiter bestohlen zu werden. Es gibt aber auch noch andere Risiken, die zu enorm hohen Zahlungsverpflichtungen führen können.

Stellen Sie sich vor, Sie seien Unternehmer und verkaufen erfolgreich Ihren selbst hergestellten Modeschmuck. Nach zwei Jahren erhielten Sie einer der folgenden Klagen:

Ein Kind wäre an einem Ihrer Schmuckstücke erstickt

Eine Frau hätte durch das Tragen massive Gesundheitsschäden erlitten und sei nun arbeitsunfähig

Sie hätten gegen das Patent- und Markenrecht verstoßen, weil Sie das Design einer bekannten Firma (unwissentlich oder wissentlich) kopiert haben

Jede dieser Klagen würde den Tod Ihres Unternehmens bedeuten. Schlimmer noch, wenn Sie mit Ihrem gesamten Privatvermögen für die nun entstandenen Verbindlichkeiten, die plötzlich in keinem Verhältnis zu Ihrem eingesetzten Kapital und Ihrem erzielten Gewinn mehr stehen, haften müssen, können Sie sich vorstellen, dass eine totale Überschuldung quasi über Nacht entstehen kann. Hätten Sie in diesem Fall eine Gesellschaftsform mit beschränkter Haftung gehabt, wäre Ihre Firma zwar beim Teufel, Ihr Privatvermögen jedoch sicher (Ihr Geschäftsführer bzw. Sie wären nur noch im Falle von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit „dran“).

Die Selbständigkeit bietet Personen mit der richtigen Idee und einer passenden Persönlichkeit tolle Chancen, sich zu verwirklichen und gutes Geld zu verdienen. Sie ist aber keine Garantie für ein sorgenfreies Leben „ohne Chef“ (wobei der „Chef“ immer der Kunde ist, denn er bezahlt am Ende des Tages sämtliche Gehälter. Das gilt für den Selbständigen noch viel mehr). Es gibt jedoch viele Selbständige, die um das Überleben kämpfen und in einer Funktion als Angestellter glücklicher wären und/oder finanziell besser dastünden.

Auch sollten Sie sich niemals in die Selbständigkeit drängen lassen, etwa durch Jobverlust oder Arbeitslosigkeit. Sie müssen ja Ihren Kunden eine überdurchschnittliche Leistung anbieten –sonst geht Ihr Geschäft ein. Wenn die Gründung überhastet und ohne die nötigen Voraussetzungen erfolgt, haben Sie keine guten Chancen auf Erfolg.

Eine Studie zur Selbständigkeit ehemaliger Arbeitsloser [71] zeigt, dass 90% nach 2 Jahren noch im Geschäft waren, und dass fast 90%, trotz sich nur allmählich entwicklenden Geschäfts, mit ihrem neuen Beruf zufrieden sind.

Für das Führen einer (kleinen) Unternehmung benötigen Sie solide betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Sie müssen sich mit Finanzierung, rechtlichen Aspekten, Steuern, Werbung und Marketing, etc, auskennen. Zumindest die Grundlagen müssen sie selber verstehen, das können Sie nicht an Berater auslagern (zumal Sie dann ja auch nicht wissen, was Ihnen diese erzählen). Selbständigen wird daher dringend geraten, sich das nötige Wissen anzueignen und auch am laufenden Stand zu halten, viel mehr noch als Privatpersonen.

Die Autoren raten Ihnen nicht, bewusst Ihre Gläubiger zu schädigen (was ja auch böse Folgen nach sich zieht). Es geht lediglich um Risikobegrenzung, um Ihre Existenz nicht zu gefährden. Im Falle des Scheiterns eines Unternehmens ärgern sich die Gläubiger. Der größte Verlierer ist und bleibt aber der Unternehmer selbst, der neben seinem Betrieb auch Vermögen, Ansehen, Ehre und Prestige verloren hat [74]. Anders als bei uns wird das unternehmerische Scheitern in den USA mitunter als positiv gewertet, weil es zur Wirtschaft dazu gehört und man daraus lernen kann. Ein Gutes Buch in diesem Zusammenhang ist [286].